Wie es begann...

Die Wassertherapie des Sebastian Kneipp fand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele begeisterte Anhänger. 

Berühmtheiten aus ganz Europa strömten zum Kneipp Kurort nach Bad Wörishofen. Mein Großvater, Dr. Oskar Lumper, gerade fertig mit seinem Medizinstudium in Innsbruck, war ebenfalls fasziniert von den Erfolgen der Kneipp-Therapie. Es gelang ihm, einen der begehrten Ausbildungsplätze für Ärzte zu bekommen und absolvierte 1904 die Kneipp-Schule.

Dr. Oskar Lumper nahm 1897 die Stelle als Gemeindearzt in Purgstall a.d. Erlauf an. Somit übersiedelte er von seinem Heimatort Holzgau im Lechtal in das Ötscher Voralpenland. 

 

1906 kaufte Dr. Oskar Lumper eine passende Liegenschaft für seine großen Pläne. 1907 war es dann soweit: Mein Großvater eröffnete die „Kaltwasser-, Sonnen- und Luftbadeanstalt“ in Unternberg. Es war eines der wenigen Kurhäuser in Österreich, das nach Sebastian Kneipp arbeitete. So war das Interesse von Anfang an gegeben, denn viele Wiener wollten sich die wesentlich weitere und beschwerliche Anreise nach Bad Wörishofen sparen.

Um die rasch wachsende Gästeanzahl beherbergen zu können, wird 1922 die Villa, auch „das Steinhaus“ genannt, mit dem romantischen „Schweizerhaus“, einem Holzbau mit viel Liebe zum Detail, erweitert. In den 1930er Jahren trifft man viele bekannte Persönlichkeiten im Kneippkurhaus Dr. Lumper und sogar höchste Repräsentanten wie den Nationalratspräsident Leopold Kunschak oder den Sankt Pöltener Bischof Michael Memelauer.

Ein Blick in die Gästebücher von anno dazumal lässt so manchen schmunzeln: 

  • „Unternberg – Kneipp Paradies, viel Heilerfolge – das ist gewiss.“
  • „Als ich kam, war ich nervlich „durchgedreht“ und hatte eine Art Bluthochdruckkrise. Als ich fuhr, war ich um 5 Kilo leichter und der Blutdruck war ganz normal.“
  • „Abgekämpft, total vernichtet, ging’s an diesen Ort. Frohgemut und aufgerichtet zieh‘ ich wieder fort.“
  • „Mit Heusack, Güssen und Massage, verlor der Kreuz-Schmerz bald seine Rage. Dass es Unternberg gibt, ist mein Glück, ich kehre gern an meine Arbeit zurück.“
  • „Bevor ich kam, war ich am Hund, als ich fuhr, war ich gesund.“

Aus dem Tagebuch von Egon Schiele….

„15. Mai 1916… Abends dann schönes Wetter, wir gingen oberhalb der Erlauf nach Unternberg… In Unternberg ist eine kleine Kaltwasserheilanstalt mit Luft- und Sonnenbädern. Wir nahmen dort ein Abendbrot ein.“ 

 

Gemälde: Alte Mühe (Erlauf)

Anna Lumper, die Gattin von Dr. Oskar Lumper übernimmt nach dessen Tod 1943 die Leitung des Kneipp Kurhauses und wird es bis 1949 führen, bis ihr Sohn, Dr. Anton Lumper, übernimmt, der ebenfalls nach seinem Medizin Studium in Innsbruck die Kneipp’sche Ausbildung in Bad Wörishofen absolvierte.

 

Dr. Anton Lumper baut für zahlreiche Stammgäste und neue Kurgäste weiter aus. Seine Gattin, Maria Lumper, agiert als Gastgeberin und sorgt so für das leibliche Wohl der Gäste.

 

Martin Lumper, der Neffe von Dr. Anton Lumper, führt nun in dritter Generation das Kneipp Kurhaus. Natürlich hat auch er wieder einige Investitionen getätigt, damit der Charme und die Qualität des Kneipp Kurhauses erhalten bleiben. Unterstützt wird Martin Lumper von seiner Lebensgefährtin, Helga Karner, die, wie seine Tante zuvor, sich ebenfalls um das leibliche Wohl sorgt. Martin Lumper ist ausgebildeter Hotelier sowie Heilbademeister und Heilmasseur. Seine Begeisterung für die Kneipp Therapie hat er schon von Kindesbeinen an von den vielen glücklichen und zufriedenen Kurgästen übernommen. 

Bekannte Persönlichkeiten finden auch nach über 100 Jahren noch immer den Weg in das Kneipp Kurhaus Dr. Lumper, wie z.B. auch die bekannte Klimaforscherin Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb mit ihrem Mann, dem Physiker und Risikoforscher Prof. Dr. Wolfgang Kromp. 

 

Die Gäste schätzen einfach die gelebte Authentizität der Kneipp’schen 5 Lebenssäulen, die Ruhe, die Schönheit der Natur sowie einfach das familiäre, persönliche Ambiente mit der herzlichen Gastfreundschaft im Lumper’schen Kurhaus.

 

Überzeugen Sie sich selbst!